Bibelvers gegen schwul frankfurt

bibelvers gegen schwul frankfurt

Stefan Scholz. Artikel als PDF. Homosexualität wird im Neuen Testament nicht eigens zum Thema gemacht. Nur an drei knappen Stellen finden sich Aussagen, die üblicherweise mit gleichgeschlechtlichen Sexualpraktiken in Verbindung gebracht werden. Dies sind Röm 1,26f ; 1Kor 6,9 und davon abhängig 1Tim 1, Der Umstand, dass sich die neutestamentliche Wissenschaft in den vergangenen ca.

Nicht die Aussagenwelt des Neuen Testaments gibt die Beschäftigung mit Homosexualität vor, sondern ein in der Post- Moderne geführter Diskurs um Vielfalt und Ausgestaltung zwischenmenschlicher Lebensformen. Innerhalb der theologischen und kirchenpolitischen Diskussion zu Einordnung, Legitimierung oder auch Ablehnung von Beziehungen, welche sich von heteronormalen Vorgaben unterscheiden, soll das Neue Testament einen Beitrag leisten.

Es wird andererseits auch innerhalb der neutestamentlichen Disziplin selbst artikuliert, hier aber ebenso zurückgewiesen. Wie bei nur wenigen anderen Themen innerhalb der neutestamentlichen Wissenschaft ragt hier die eigene Gegenwart in den Horizont der Textinterpretation hinein.

Persönliche Anschauungen, gesellschaftliche Ideologien und diskursive Effekte prägen massiv das zu erstellende Forschungsdesign im Blick auf Erwartungen und Funktionen der Textauslegung sowie die Formulierung von Ergebnissen. Das in diesem Zusammenhang besonders offensichtliche Ineinander von Konstruktion und Rekonstruktion, von Ex egese und Eis egese oder auch von Deskription und Normierung gibt Anlass zu recht grundsätzlichen Diskussionen hinsichtlich des Fach-Profils der neutestamentlichen Wissenschaft, einer Disziplin, die sich seit ihren Anfängen in der Aufklärungszeit vorrangig als historisch orientierte Unternehmung versteht.

Bibelverse und homosexualität in frankfurt: ein offener dialog

Dies ist erstens das Diskursfeld der historischen Rekonstruktion: Was war damals? Dies ist zweitens das Diskursfeld der Applikation: Welche Bedeutung hat dies für wen? Und dies ist viertens das Diskursfeld der neutestamentlichen Wissenschaftskultur: Welche Auswirkungen kann eine Reflexion der Debatte für die eigene Disziplin bezüglich Methodik und Gegenstand haben?

Diese vier Diskursräume verlaufen nicht linear nacheinander, vielmehr sind sie intensiv miteinander verschränkt und greifen oszillierend ineinander, wodurch eine einfache Kommentierung der drei neutestamentlichen Referenztexte illusionär wirkt. Stattdessen stelle ich möglichst direkt die betreffenden Verse an den Anfang, im Anschluss werden Problemkreise formuliert und hierzu verschiedene Lösungsversuche zusammengefasst.

Irrt Euch nicht! Männer in Männer haben Schamlosigkeit getrieben und die Vergeltung für ihren Irrtum, so wie es sein musste, schon an sich selbst empfangen. Was auch immer exakt in den betreffenden Passagen im Blick auf bestimmte Sexualpraktiken gemeint sein will, die pejorative Konnotation, die schroffe Ablehnung und apodiktische Verurteilung ist jeweils offensichtlich.

Sexuelle Handlungen, die der eigenen Auffassung widersprechen, werden hier in einer Sinnlinie mit Diebstahl, Menschen- Raub und Götzendienst gesehen. Sie alle sind vom Reich Gottes ausgeschlossen. Als Gegenbegriff zu den gebannten Verhaltensweisen, es sind diesmal 14 Auflistungen s.

Text , wird die gesunde Lehre angeführt, die im Einklang mit dem Evangelium gesehen wird. Der Passus steht innerhalb eines Argumentationsgangs, der zumindest die Verse umfasst, eigentlich jedoch von 1,,20 reicht und die Gottlosigkeit, Bosheit und Schuldigkeit aller Menschen zum Thema hat.

Die Vertauschung einer als natürlich empfunden Sexualnorm wird nun nicht nur als etwas angeführt, das der eigenen Lehre widerspricht bzw. Dies umfasst an dieser Stelle ebenso Frauen wie Männer. Soweit zum Textbestand. Folgende Problemkreise und Themenfelder werden diskutiert: Welche Vorstellungen werden in der gegenwärtigen Debatte mit dem Begriff der Homosexualität transportiert und wie verhalten sie sich zur Lebenswelt des Paulus?

Wie kommt Paulus zu seinen Aussagen? Welche Traditionen aus Judentum, griechischer und römischer Antike bilden hierfür den Hintergrund? Wie werden die paulinischen Aussagen in der neutestamentlichen Wissenschaft gedeutet?